Sonntag, 22. Mai 2011

Aus einer anderen Zeit


Allein die Bilder, sie sehen aus wie von den Dreharbeiten eines Astrid-Lindgren-Films. Es sind Bilder, die von Glück erzählen und von ländlicher Idylle. Henry, der den gerade im Bach gefangenen Fisch hochhält. Henry und sein Sohn Bengt, die mit Sensen Heu mähen. Die kleine Ingrid zwischen Elin und deren Mutter Jenny. Dann Bilder von Ingrids zweitem Aufenthalt 1960: Henrys zweiter Sohn Åke mit seiner späteren Frau, auch sie heißt Ingrid, die beiden sind jung und offenbar bis über beide Ohren verliebt. Beim Lesen auf der Wiese legt er ihr zärtlich und wie beiläufig die Hand auf die Schulter. All diese Fotos hat Elin Ingrid geschickt, als die lange schon wieder in Deutschland war und selbst schon eine junge Frau. Sie schrieben sich bis Ende der sechziger Jahre, Elin fragte immer wieder: Wann kommst du? Ingrid kam nicht. Aus Angst, ihr Traum könnte entzaubert werden. 1969 schließlich, Ingrid hatte inzwischen ihren kleinen Sohn, verlor sich der Kontakt.
Wenn ich diese Bilder sehe und immer wieder Ingrids Geschichten dazu höre, fühle ich mich selbst fast schon wie eine Teil dieser Geschichte, die doch nicht meine ist. Ingrids detaillierte Erzählungen und die Bilder verfangen seltsam stark, wohl weil es die Bilder einer perfekten Kindheit sind.

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